Freitag, 9. September 2011
Max Lorenzen (1950 - 2008)
schrieb: "Das Fremde in der verbleibenden Autonomie des Denkens ist das Stumme, das Warum, die Frage selber, auch das Gleichgültige, und hierin das Movens der Reflexion, Quellpunkt ihrer Lebendigkeit und Daseinsbejahung wie auch Ihrer Vergeblichkeit." Und zwar ist das ein Statement zu seinem Buch "Philosophie der Nachmoderne: Die Transformation der Kultur - Virtualität und Globalisierung , daß vor seinem Tod zu zwei Drittel vorlag. Ich habe es bestellt, weil es zu meinen Themenkanon der "Überwindung der Moderne" vielleicht etwas zu sagen hat. Später mehr.
Max Lorenzen (1950 - 2008)

... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 27. Juli 2011
Der blinde Bibliothekar:
Die Bücher des

Jorge Luis Borges (1899 - 1986)

.

Andrea Köhler schreibt zur Herausgabe der Anthologien Borges (Hanser 2008):

"Kaum einer hat das Spiel, eine Fiktion zu sein, so glänzend inszeniert wie der blinde Bibliothekar und selbsternannte "Lügner" aus Buenos Aires. 'Ich bin ein Spiegel, ein Echo, ein Epitaph', schrieb er und multiplizierte das Rimbaud-Verdikt, nach dem Ich ein anderer ist, gemäß der ihm eigenen Arithmetik:'Ich bin die Anderen'." (Klappentext)

Borges erblindete in den 50er Jahren, war aber mit Freundeshilfe weiter schriftstellerisch tätig.
Er ist populär geworden als Autor des Fantastischen und des Fiktionalen. Beim Verlag Hanser sind seine Gesammelten Werke in Übersetzung in den 80er Jahren erschienen, Joseph Beuys war fasziniert von Jorge Luis Borges.

Der blinde Bibliothekar:

... link (1 Kommentar)   ... comment


Sonntag, 3. Juli 2011
Ab einem gewissen Lebensalter
macht man sich Gedanken über den eigenen Lebensentwurf. Mit dem vierten, fünften oder sechsten Lebensjahrzehnt werden depressive Momente immer unerträglicher. Das Leben vertan, verpfuscht oder mißlungen sind dann oft der Gehalt von Grübeleien, die alle positiven Erwägungen übertreffen. Samuel Beckett erklärte das Scheitern als Sprachraum des wahren Künstlers (Bram van Velde). Egal, ob das nur als eine existentialistische Geste hingenommen wird, Tatsache bleibt, daß der Weg zur Welt des unumstößlichen positiven Fortschritts für sensible Naturen versperrt ist.
Ab einem gewissen Lebensalter

... link (5 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 26. Mai 2011
Blanko
frei für Alle.
Blanko

... link (1 Kommentar)   ... comment


Dienstag, 3. Mai 2011
Über's Wetter
Sensible Zeitgenossen sprechen z. Z. von einem zuviel an Sonne. Tatsächlich kann ein zuviel an Sonne psychische Symptome auslösen. Es ist wie in allem Anderen: das rechte Maß gilt. Aber. Der moderne Mensch, der in einer verborgenen Wertlosigkeit lebt, hat auch das rechte Maß verloren. So kennzeichnet diese Sozietät unterschwellig eine Maßlosigkeit, die neu ist auf diesem Planeten. Daher gilt für den Wunsch eines immerwährenden Sonnentages, daß diese Haltung nichts von dem Reichtum der Veränderung weiß. Die Erde erteilt eine Lektion.
Über's Wetter

... link (3 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 21. April 2011
Zum Karfreitag
Ein Mensch, der Gottes Sohn ist, wird durch die gesellschaftlichen Umtriebe grausam getötet. Doch der Tod hat nicht das letzte Wort. Die Erlösung aus dem Leid ist die Utopie des Christentums. Ich kann daran nichts Schlechtes finden.
Zum Karfreitag

... link (5 Kommentare)   ... comment


Donnerstag, 7. April 2011
"Selbstfürsorge" .
halb scherzhaft gebrauchte ich diesen Begriff jüngst. Jetzt stelle ich fest, dass er ein weitverbreiteter Terminus technicus in der Pflege- und Therapiediskussion ist.

"Fürsorge" ist ein schönes deutsches Wort, wie auch das der "Sorge".

Eine Metapher für diese Begriffe ist der Hirt. Der Mensch sei der "Hirt des Seins" sagt Heidegger im Humanismus-Brief.

Die ökologischen Fehlentwicklungen weltweit aktualisieren dieses Bild des Menschen in der notwendigen Figur des Hirten.

Von der Rede vom "Guten Hirten" im christlichen Zusammenhang will ich hier absehen.

Selbstfürsorge wäre "Hirt seiner selbst" ?
"Selbstfürsorge" .

... link (1 Kommentar)   ... comment


Sonntag, 3. April 2011
"Wir sind alle gleich" - las ich gerade.
Sind wir alle gleich? Oder ist das bloß eine "linke" Mythe?

Natürlich sind wir nicht alle gleich. Mehr noch: wir sind alle unterschiedlich. Und das meine ich nicht nur hinsichtlich des Fingerabdrucks und der DNA.

Wir sind alle unterschiedlich, denn jeder hat eigene, individuelle Fähigkeiten und Anlagen.

Weil wir aber alle unterschiedlich sind, deshalb brauchen wir auch einander. So kann das Individuum erst im Miteinander wachsen, egal, welche Kanäle es für die Kommunikation wählt.
Jeder Mensch mit seinen Eigenheiten ist unverwechselbar ein Wunder für sich
"Wir sind alle gleich" - las ich gerade.

... link (28 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 30. März 2011
Selbstverwirklichung? Selbstausbeutung? Selbstüberwindung?
Was ist angemessen, um etwas in die Welt zu setzen?

Selbstverwirklichung = "Werde, wer du bist", hat vielleicht den Hauch von Egoismus, ist aber grundsätzlich Voraussetzung für jedwede Aktivität, die über sich hinausführt.

Selbstausbeutung = Macht auf Dauer Psyche und Leib krank. Mündet in innere Leere, Erschöpfungszustand und im "Burn Out".

Selbstüberwindung = Kann manchmal helfen, die eigenen Obsessionen in den Griff zu bekommen. Auf Dauer wohl eher die Gefahr des Verlustes der eigenen Identität.

So denke ich vor mich hin und kann mein Handeln nicht einordnen. Vielleicht ist man auch nur ein von welchen Mächten auch immer Getriebener, frei nach dem Stefan George Wort: "Worin du hängst, das weißt du nicht."
Selbstverwirklichung? Selbstausbeutung? Selbstüberwindung?

... link (6 Kommentare)   ... comment


Montag, 28. März 2011
Doch uns ist gegeben,
Auf keiner Stätte zu ruhn,
Es schwinden, es fallen
Die leidenden Menschen
Blindlings von einer
Stunde zur andern,
Wie Wasser von Klippe
Zu Klippe geworfen,
Jahr lang ins Ungewisse hinab.


Hölderlin, Hyperion

(Sämtl. W., Krit. Textausg. Bd. II, Darmstadt 1984, 193/194)

... link (0 Kommentare)   ... comment