Donnerstag, 3. März 2011
Was heißt eigentlich gut oder schlecht?
Wir schwimmen im Strom unserer Existenz und müssen seinen Richtungswechsel akzeptieren.Wir rudern in einem Fluß ohne Ufer und das Ende des Treibens, das Grab, ist jedermann unvorstellbar.
Was heißt eigentlich gut oder schlecht?

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Sonntag, 27. Februar 2011
Am schlimmsten ...
Am schlimmsten aber ist die Dummheit. In zwischenmenschlichen Beziehungen gibt es sie allerdings nicht, denn da herrscht gegenseitiges Verständnis vor und die Liebe geht bekanntlich über jeden Verstand. Das wäre es wert, in das allgemeine Miteinander zu projizieren.
Allerdings gebärdet sich die Dummheit zunehmend aggressiv, weil sie sich besonders auf demokratischen Boden frei bewegen darf und bei Massenphänomenen häufig anzutreffen ist. Die Dummheit paart sich auch gern mit der Lüge, wie man immer häufiger in der Werbung sieht. Wie kann man der Dummheit entgegentreten und ist das überhaupt nötig? Läuft sie sich vielleicht von selbst tot? Das wäre ein hoffnungsvoller Prozeß.
Am schlimmsten ...

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Mittwoch, 26. August 2009
Zitat des Tages
"Härte ist das größte Geschenk für den Künstler."
Gottfried Benn (Altern als Problem für Künstler, Vortrag 1953)
Zitat des Tages

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Montag, 10. August 2009
Mensch und Gott
Eine bemerkenswerte und kurze Darstellung der Menschen- und Gottesfrage bei Heidegger findet sich in diesem interessanten Buch (aus dem Niederländischen, München 1971 - Anmerkungen erfragen - ):

Weil das Denken zunächst den Boden bereiten muß, von dem aus erst
Jede authentische Bejahung möglich ist, hält Heidegger das Bedenken des
Wegs nach Gott zwar nicht für unmöglich, wohl aber für sehr schwer. Er wird
erst wieder gefunden werden, wenn das Denken seine eigene Dimension
wiedergefunden hat, sich also als ein Denken der Wahrheit des Seins ent-
faltet. Aus der Wahrheit des Seins läßt sich dann das »Wesen« des Heiligen
denken; aus dem »Wesen« des Heiligen ist das »Wesen« der Gottheit zu
denken. Im Licht des »Wesens« der Gottheit kann gedacht und gesagt wer-
den, was das Wort »Gott« bedeutet230. So wie das Denken für das Wesen des
Seins eine Stätte bereiten muß, an der der Mensch für den Anspruch des
Seins empfänglich ist, so wie der Mensch also zuerst die Weite seines eigenen
Wesens zurückfinden muß, damit die Wahrheit des Seins »wesen« kann, so
muß sich auch der Mensch erst in der Dimension des »Wesens« des Heiligen
befinden, ehe er erwarten darf, denken und sagen zu können, was das Wort
»Gott« bedeutet. Heidegger vermutet, daß das Überdenken der Religiosität
der Weg des Denkens nach Gott sein könnte.
Das Heilige hat für Heidegger jedoch nichts mit Tugend im traditionellen
Sinn des Wortes zu tun. Es ist primär die Natur, die heilig genannt wird.
Die Natur »erzieht« die Dichter231, und die Dichter sind gerufen, das Hei-
lige auszusprechen232. Sie werden ganz umfaßt von der mächtigen, göttlich-
schönen, allgegenwärtigen Natur238, und sie gedenken dessen, was Erden-
söhne zuerst angeht, wenn sie sollen wohnen können. Sie sprechen das Heilige
aus, das über Gott und Menschen herrscht. Dadurch fühlen sich die Götter
und bringen sich selbst zum Erscheinen in der Wohnstätte des Menschen
auf dieser Erde. Als ein Zeichen stehen die Dichter zwischen Menschen und
Göttern234. Das Blühen eines Baumes birgt die unverdient zufällende Frucht;
das rettende Heilige, das den Sterblichen zugetan ist. Das Offenstehen für
das Heilige ist die »Ganzheit«, die Integrität authentischen »Wohnens«.
Der Grundzug des Wohnens ist das Schonen, die Rücksicht, das in Ord-
nung halten, Verschonen235. Dieser Grundzug zeigt uns, daß das Menschensein
im Wohnen beruht, in dem Sinn des Sichaufhaltens der Sterblichen auf der
Erde. »Auf der Erde« schließt jedoch ein: »unter dem Himmel«. Erde und
Himmel verweisen auf das Göttliche und auf das Zusammen der Sterblichen.
Erde und Himmel, Sterbliche und Göttliche gehören in eine ursprüngliche
Einheit zusammen236. Die Erde ist die dienend tragende, die blühend Frucht
hervorbringende, sich erstreckend in Wasser und Gestein, aufblühend zu
Gewächs und Getier. Der Himmel ist der sich wölbende Gang der Sonne
und des Mondes, der Glanz der Gestirne, die Jahreszeiten, das Licht und
das Dunkel des Tages, das Licht und das Dunkel der Nacht, die Gastfreiheit
und die Ungastlichkeit des Wetters, das Vorbeitreiben der Wolken, die blaue
Tiefe des Äthers. Die Göttlichen sind die winkenden Boten der Gottheit.
Die Sterblichen sind die Menschen, die Sterbliche heißen, weil sie den Tod
als Tod vermögen. Das ursprüngliche Zusammengehören dieser vier nennt
Heidegger das Geviert237.
Das Wohnen schließt also vier Aspekte ein. Die Sterblichen wohnen, in-
sofern sie die Erde retten, also nicht beherrschen und unterwerfen; die Sterb-
lichen wohnen, insofern sie den Himmel als Himmel empfangen, also der
Sonne und dem Mond ihren Gang lassen, den Gestirnen ihre Bahn, den
Jahreszeiten ihren Segen und ihre Härte, die Nacht nicht zum Tage machen
und den Tag nicht zur ruhelosen Jagd: die Sterblichen wohnen, insofern sie
die Göttlichen erwarten, hoffend auf das Unverhoffte, noch im Unheil war-
tend auf das entflohene Heil; die Sterblichen wohnen, insofern sie die Sterb-
lichen begleiten, damit ihr Tod ein guter Tod sei. Im Retten der Erde, im
Empfangen des Himmels, im Erwarten der Göttlichen, im Begleiten der
Sterblichen geschieht das Wohnen wie das vierfache Schonen des Gevierts.
Schonen bedeutet: die Vierzahl in seinem »Wesen« hüten238.
Der Mensch hat jedoch das authentische Wohnen total verlernt. Er hat
das »Heile« seines Daseins zusammenschrumpfen und verkümmern lassen.
Die eigentliche Not des Wohnens besteht nicht erst im Fehlen von Woh-
nungen239. Die eigentliche Wohnungnot ist die Heimatlosigkeit des Menschen.
Dadurch bleibt nicht nur das Heilige als Hinweis auf die Gottheit verborgen.
Auch das »Heile« ist zerrissen, und damit scheint selbst der Hinweis auf
das Heilige ausgewischt zu sein240. Die Götter sind entflohen. Erst wenn der
Mensch wieder empfindsam wird für das »Wesen« des Heiligen, darf er
hoffen, daß er erneut wird denken und sagen können, was das Wort »Gott«
bedeutet.
Heidegger sieht in Hölderlin den Dichter der Abwesenheit Gottes241. Die
Dichter sind jedoch auch gerufen, das Heilige erneut auszusprechen und die
Ankunft Gottes vorzubereiten. Im dichtenden Nennen läßt der Dichter den
Hohen selbst erscheinen242. Das Erscheinen Gottes geschieht in einem Ent-
hüllen, das dasjenige erscheinen läßt, was sich verbirgt. Es läßt jedoch nicht
das Verborgene sehen, indem es das Verborgene aus dem Verborgenen rückt,
sondern indem es das Verborgene in seinem Sich-Verbergen hütet243. Der
unbekannte Gott erscheint als der Unbekannte244.
Mensch und Gott

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Sonntag, 9. August 2009
Uuups
War das ein Freudscher Versprecher? Natürlich muß es heißen zu Giacometti:

Zum Menschenbild des Existentialismus

Uuups

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Zum Menschenbild des Expressionismus
Alberto Giacometti: Kleiner Mensch auf Sockel, 1940/ 1941

Zum Menschenbild des Expressionismus

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Donnerstag, 11. Juni 2009
Zurückgekehrt
von der Reise nach Aachen noch vollkommen unter dem Eindruck der karolingischen Architektur des Doms. Ein seltsames Bauwerk und sehr schwer zu begreifen. Das Oktogon:
Zurückgekehrt

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Donnerstag, 21. Mai 2009
Die Bedeutung des gewesenen Griechenlandes für Heutige 2
Teil 1 siehe: http://rabe500.blogger.de/stories/1400220/

Hans-Georg Gadamer leitet seine Vorlesungen in Neapel 1988 "Der Anfang der Philosophie" (dt. Reclam 1996) u.a. mit folgenden Worten ein:

Das Thema ist der Anfang der griechischen Philosophie, und das besagt: der abendländischen Kultur. Dieses Thema ist nicht bloß von historischem Interesse. Es berührt aktuelle Probleme unser eigenen Kultur, die sich in einer Phase des Umbruchs, aber auch der Ungewißheit und der mangelnden Selbstsicherheit befindet und daher trachtet, mit völlig andersartigen Kulturen Verbindung aufzunehmen, die im Gegesatz zur abendländischen Kultur nicht aus der griechischen Kultur entsprungen sind. Darin liegt einer der Gründe unseres Interesses an den ersten Entwicklungsstufen des griechischen Denkens. Ein solche Befragung der Vorsokratiker hat Aktualität. Sie dient dem Verständnis unseres eigenen Geschicks, das eben mit der griechischen Philosophie und Wissenschaft in jenen Jahren einsetzt, in denen sich im Mittelmeerraum die Vormachtstellung Griechenlands auf See und im Handel durchzusetzen beginnt....
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es die Romantik war, die erstmalig sich die Aufgabe stellte, "die Vorsokratiker zu erforschen und eine Interpretation zu geben, die von der Vertiefung in die Originaltexte ausgeht.... Die Entdeckung des Individuums war ja damals die große Errungenschaft der romantischen Kultur."
Die Bedeutung des gewesenen Griechenlandes für Heutige 2

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Mittwoch, 6. Mai 2009
Rangsdorfer Manifest
Rangsdorfer Manifest


Die Sonne verdunkelt sich.
In einem solchen Universum der lädierten, ins Ableben gestylten Seele, ist diese lediglich noch Teil einer Kultur des menschlichen Defizits. Die Kunst ist kaputt, die moderne Seele gleichermassen.

Ein Sektor, der den Menschen zu bauen einst zur Aufgabe erkannte, verkommt zum buntblöden Nihilismus. Solche Kultur, vom Größenwahn der Technik und verproletarisierten Massenmedien in ihren Grundfesten verunstaltet, gerät zum Synonym debiler Konsumsüchte. Sucht und Geld sind Fundament eines menschenfeindlichen Kosmos degenerierten Fortschritts geworden. Eine europäische Zivilisation unter solchen Konditionen nähert sich im Laufschritt ihrem Untergang. Am Ende intoniert das Bildnerische unter der Fuchtel neodadaistischen Krimskrams gegenwärtig höchstens noch sein Requiem des Niedergangs. Alles in allem: Leben hat den Börsengang nicht überlebt.

Das Schlimmste zeichnet sich in aller Drastik ab: konventionelle Alternativen, zwischen Restauration und Revolution konzipiert, agieren neuerdings als brisanteste Stichwortgeber einer Kultur der gelebten Hölle, ohne dass Zeitgenossenschaft noch die Sensibilität besässe, dies zu empfinden.

Ein amerikanisierter Westen als Garant der neuen Barbarei . ein islamischer Orient als deren Vollstrecker - verunstalten das einstige Europa des Geistes in einen kolonialen Albtraum materialistischer Seelenlosigkeit. In dieser perversen Akrobatik des Untergangs brennt die Frage nach den Chancen spirituellen Überlebens.

Dieser zum Irrstern verkommene menschenfeindliche Planet des Geistes bedarf der Läuterung durch eine Katharsis im Resthumanen. Nur noch ein radikaler Paradigmenwechsel im Kulturell-Künstlerischen kann rettende Chance sein. Ein verwandelter Mensch, jenseits der Ruinen modernen Seelendesigns, die künstlerisch neugeformte Heimat findend, ist Aufgabe der Gegenwart. Die sich abzeichnende menschliche Apokalypse mittels einer zurückgekehrten gereinigten Kunst und Kultur abzuwenden und daran zu arbeiten tut Not, denn die Dramatik der Degeneration irdischen Lebens in dieser Un-Welt ist umfassend.

Die Kunst kann noch intervenieren, wenn sich in ihr eine neue Besinnung und Verinnerlichung vollzieht. Aber um blosses Überleben geht es dabei schon lange nicht mehr: Das Ganze steht auf dem Spiel.

Rangsdorf / Berlin, 1. Mai 2009

Jürgen Kramer
Rangsdorfer Manifest

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Dienstag, 14. April 2009
Ein Dialog
Frage: "Was unterscheidet denn eine Wohnung von einer Unterkunft und einer Behausung?"

Antwort: "Ein Philosoph schrieb dazu:'Das Wohnen ist die Weise, wie die Sterblichen auf der Erde sind.'"

Frage: "Oohh, das hört sich ja sehr philosophisch an! Was bedeutet es?"

Antwort: "Der Philosoph sagt weiter: '"auf der Erde" heißt schon "unter dem Himmel"."

Frage: "Warum sagt der Philosoph 'die Sterblichen' und nicht einfach 'Menschen'?"

Antwort: "Weil der Philosoph dreierlei anderes mitdenkt, denn er ist ein Idealist. Zu den Sterblichen gehören auch die Unsterblichen (also, die Göttlichen), zur Erde der Himmel. Das alles bildet ein Geviert. Also sagt der Philosoph: "Die Sterblichen sind im Geviert, indem sie wohnen."

Frage: "Wenn die Menschen ihre Wohnung so grundsätzlich verstehen, dass Himmel und Erde, das Sterbliche und das Nichtsterbliche mitgemeint sind, ist dann nicht Wohnen eine Grundlage von menschlichem Leben überhaupt? Wie armselig ist dagegen doch der bloße Plattenbau und Flachdachmodernismus der 'Behausungen'!"

Antwort: "Ja. und noch mehr. Wohnen in einem Bezug zum Geviert sei auch verknüpft mit einem 'Schonen'. 'Schonen' aber hat in der alten Bedeutung des Wortes auch einen Bezug zu 'Retten'".

Frage: "Sind das nicht Wortklaubereien und Spitzfindigkeiten, was die Sprache betrifft?"

Antwort: "Die Sprache spricht für sich selbst, wenn man genau hinhört."

Frage: "Was nun ist die Konsequenz, wenn Wohnen auf der Erde, in bezug steht zu "retten"?"

Antwort: "Der Philosoph sagt: Die Erde retten ist mehr als sie ausnützen oder gar abmühen. Das Retten der Erde meistert die Erde nicht und macht sich die Erde nicht untertan, von wo nur ein Schritt ist zur schrankenlosen Ausbeutung. "

Frage: "Letzteres klingt sehr zeitgemäß, obwohl es den Rahmen des herkömmlichen Verständnisses von Moderne sprengt. Wann hat der Philosoph seine Gedanken geäußert?"

Antwort: "1951".
Ein Dialog

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