Dienstag, 25. Oktober 2011
Kunstfeindschaft Teil 2
Teil 1 siehe: http://rabe500.blogger.de/stories/1908551/

Zwei Zitate des Verfassers aus seiner Einleitung.
1. "Die Grundfrage der kunstfeindlichen Diskursbeiträge zur Kunstphilosophie ist vielmehr die, ob die Kunst ihre eigenen Grenzen bestimmen kann und darf." (12)

2. "Kunstfeindlich ist jeder Diskurs, der eine Begrenzung der Kunstpraxis dann ansinnt, wenn Werte, die der Kunst übergeordnet sind, von künstlerischen Werken und Darstellungen verletzt werden." (16)
Kunstfeindschaft Teil 2

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Dienstag, 11. Oktober 2011
Kunstfeindschaft
Ein seltsames Buch ist mir da in die Hände gefallen. Kleine Systematik der Kunstfeindschaft, von Kai Hammermeister, Darmstadt 2007.
Es enthält so interessante Abschnitte wie "Kunst als Zersetzung des Sozialgefüges", "Kunst als Raub an den Armen", "Kunst als Unwahrheit", "Die Unordnung der Seele", usw.

Kunstfeindschaft

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Sonntag, 14. August 2011
Neue Maßstäbe
Ich sehe die Verunsicherung von Galeristen, Kuratoren und Künstlern hinsichtlich der Kunst, die an einem nicht formalen Paradigmenwechsel arbeitet.

Zitat: "Lebenskunst: Ein alter Begriff zieht neues Interesse auf sich, individuell und gesellschaftlich,in der Philosophie und in den Künsten. Daran war ein bekannter französischer Philosoph vielleicht nicht unbeteiligt, der bemerkte, „dass Kunst in unserer Gesellschaft zu etwas geworden ist, das nur Gegenstände, nicht aber Individuen oder das Leben betrifft. Dass Kunst etwas Gesondertes ist, das von Experten, nämlich Künstlern, gemacht wird. Aber könnte nicht das Leben eines jeden ein Kunstwerk werden?“ Kaum eine Aussage Michel Foucaults ist in den zurückliegenden Jahren so häufig zitiert worden wie diese." (Wieland Schmid)

http://www.wilhelm-schmid.de/Hauptframe/Text%2001%20-%20Leben%20als%20Kunstwerk/Leben%20als%20Kunstwerk.pdf
Neue Maßstäbe

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Samstag, 23. Juli 2011
Der freie Künstler
Eine der wichtigsten (philosophischen) Schriften in den 60er Jahren des 20. Jhs. ist Hans-Georg Gadamers (1900 - 2002) "Wahrheit und Methode". Einige bemerkenswerte hermeneutische Gedanken auch zur Kunst sind in diesem Werk zu entdecken. Vom freien Künstler der Gegenwart schreibt Gadamer dort (83):

"Der freie Künstler schafft ohne Auftrag. Er scheint gerade durch die völlige Unabhängigkeit seines Schaffens ausgezeichnet und gewinnt daher auch gesellschaftlich die charakteristischen Züge eines Außenseiters, dessen Lebensformen nicht mit den Maßen der öffentlichen Sitte gemessen werden. Der Begriff der Boheme, der im 19. Jahrhundert entsteht, spiegelt diesen Verlauf. Das Heimatland der fahrenden Leute wird zum Gattungsbegriff für den Lebensstil des Künstlers. Zugleich aber wird der Künstler, der so "frei wie Vogel oder Fisch" ist, mit seiner Berufung belastet, die ihn zu einer zweideutigen Figur macht. Denn eine aus ihren religiösen Traditionen herausgefallene Bildungsgesellschaft erwartet von der Kunst sogleich mehr, als dem ästhetischen Bewußtsein auf dem 'Standpunkt der Kunst' entspricht..."
Der freie Künstler

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Mittwoch, 6. Juli 2011
Woher stammt die Idee der Tiefe des Kunstwerks? Hinweis:
Woher stammt die Idee der Tiefe des Kunstwerks? Hinweis:

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Samstag, 25. Juni 2011
Surrealismus vs. Abstraktion
Salvador Dali im Jahre 1935:

Der offenkundige Mangel an philosophischer und allgemeiner Bildung bei den-
jenigen, die fröhlich dieses Modell des Schwachsinns namens abstrakte Kunst,
abstraction-creation, ungegenständliche Kunst usw. propagieren, gehört zu den
vom Standpunkt der intellektuellen und »modernen« Trostlosigkeit unserer Zeit
höchst angenehmen Dingen. Solche verspätete, von skatologischen Goldenen
Schnitten klebrige Kantianer wollen uns auf dem neuen Optimismus ihres Kunst-
druckpapiers immer noch ihre Brühe abstrakter Ästhetik auftischen, die wirklich
und wahrhaftig noch ungenießbarer ist als jene entsetzlich schmutzigen, abgestan-
denen Fadennudelbrühen des Neothomismus, denen sogar Katzen, die sich vor
Hunger krümmen, aus dem Weg gehen....


Die Gruppe abstraction - création:

http://de.wikipedia.org/wiki/Abstraction-Cr%C3%A9ation

http://www.google.de/search?hl=de&pq=abstraktion+creation&xhr=t&q=abstraction+creation&cp=7&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&biw=1024&bih=617&um=1&ie=UTF-8&tbm=isch&source=og&sa=N&tab=wi
Surrealismus vs. Abstraktion

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Sonntag, 24. April 2011
Joseph Beuys und die Postmoderne
Der Begriff der "Postmoderne" ist - seit dem Beginn der 80er Jahre des 20. Jhs. - von den Vertretern der Moderne als Epochenbegriff in unglaublicher Versimpelung diffamiert worden. Vielleicht aber ist es auch ein unglückliches Wortspiel, daß sich in solchen Auseinandersetzungen abzeichnete. Ich mag besser von Transmoderne sprechen. Ein Paradigmenwechsel, der im Hintergrund dieser Diskussionen aufleuchtet, ist nicht frei von Bezügen zu dem, was er meint überwunden zu haben.

Es gibt eine interessante Äußerung von Joseph Beuys aus dem Jahre 1985 zur Problematik der Postmoderne.

"Insofern der gewandelte Kunstbegriff nicht auftritt, gibt es eben etwas wie Postmoderne, und das ist, von der Sache her, ein Krebsgeschwulst, also eine Krankheit. Da will man etwas verlängern, was nicht zu verlängern ist, sondern nur wuchern kann. In dem Zustand, in dem es bereits formuliert war - beispielsweise von Munch in seinem Frühwerk - weist es darauf hin, dass etwas radikal Neues hervortreten müsste. Der Begriff Postmoderne ist schon richtig, weil er besagt, dass eine seit langem erledigte Sache nochmal in die Länge gezogen wird. Man versucht, nach rückwärts einzusteigen. Aber was die Moderne im Grunde gefordert hat, was Munch bereits gefordert, muss endlich hergestellt werden."
(Q.: Katalog "Edvard Munch. Sein Werk in Schweizer Sammlungen." Basel 1985, 143/144)

Joseph Beuys stellt mit seinem Werk einen Höhepunkt und den Endpunkt der Moderne da. Die, die ihm folgen, sehen in seiner Plastischen Theorie und Sozialen Plastik einen Keim zur Überwindung der Modernen Kunst. Daher spricht er im obigen Zitat auch vom "gewandelten Kunstbegriff" und wenn er davon spricht "dass etwas radikal Neues hervortreten müsste", bin ich sicher, er denkt an seine Formulierung des "Erweiterten Kunstbegriffs". Hier aber stellt sich die Kunst der Postmoderne quer, die den "Erweiterten Kunstbegriff" als Genese aus den politisch-sozialen Bewegungen der 70er Jahre infrage stellt. "...was die Moderne im Grunde gefordert hat ...muss endlich hergestellt werden" (Beuys s. o.). Mit dieser Forderung jongliert man allerdings mit einem unkritischen Idealbegriff der Moderne, der die doch auch vorhandenen disaströsen Phänomene des 20. Jahrhunderts als Jahrhundert der Moderne unterschlägt und nicht fragt, woher diese Fehlentwicklungen und Sackgassen in der modernen Gegenwartskultur sich herleiten. Kann es vielleicht daran liegen, dass die Kunst in ihrem Wesen noch garnicht erkannt ist? Oder mindestens daran liegen, dass die Frage nach dem Wesen der Kunst garnicht mehr gestellt wird?
Joseph Beuys und die Postmoderne

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Freitag, 25. März 2011
Ende der Kunst und / oder Ende der Kunstgeschichte
In den vergangenen 80er und 90er Jahren war des öfteren vom "Ende" die Rede. Vielleicht war daran nicht unschuldig ein zu Ende gehendes Jahrtausend. Jedenfalls mit von der Partie war der bedeutende Kunsthistoriker Hans Belting (Jg. 1935). Hans Belting, von dem Untersuchungen wie "Das echte Bild - Bildfragen als Glaubensfragen" (München 2005) oder "Bild und Kult. Eine Geschichte des Bildes vor dem Zeitalter der Kunst" (6. A. 2004) vorliegen, stellte sich, vielbeachtet, seit den 80er Jahren der Diskussion um das "Ende der Kunst" bzw. "Ende der Kunstgeschichte" (Hans Belting: Das Ende der Kunstgeschichte? 2. A. München 1984). In dieser Streitschrift ist z. B. zu lesen:"Der Begriff 'modern' ist nicht mehr überbietbar, oder bezieht sich, statt auf unsere Gegenwart, auf einen bereits vergangenen Stil, die sogenannte Moderne. Es ist ebenso bezeichnend, daß die wahren Nostalgiker die Anwälte der klassischen Moderne sind, indem sie sie als Tradition verteidigen, die in der Gegenwart infrage steht." (50)
Zu Beginn seiner Ausführungen referiert Belting eine Aktion des Malers Hervé Fischer von 1979, wo dieser das Ende der Geschichte der Kunst verkündet. Auch erwähnt er dessen Buch von 1981: "L'histoire de l'art est terminée": Fischer: "Die Kunst ist nicht tot. Was endet, ist ihre Geschichte als Fortschritt zum Neuen" (106).

1995 greift Belting das inzwischen vieldiskutierte Thema noch einmal auf: "Das Ende der Kunstgeschichte. Eine Revision nach zehn Jahren": "Die Veränderung, die in der neuen Fassung ins Auge springt, ist der Wegfall des Fragezeichens, das früher hinter dem Titel stand. Was damals noch eine Frage war, ist in den letzten Jahren für mich zu einer Gewißheit geworden." (9)
Abschließend noch zwei Hinweise auf weiteres Material zum Thema:
1985 ist eine Sammlung von Vorträgen erschienen u. d. T. "Ende der Kunst - Zukunft der Kunst".

Und zweitens das Buch von Günter Seubold:"Das Ende der Kunst und der Paradigmenwechsel in der Ästhetik " (2. A. 1997).
Ende der Kunst und / oder Ende der Kunstgeschichte

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Mittwoch, 23. März 2011
Kunst verstehen - oder: Was ist Hermeneutik?
Entgegen der scheinobjektiven Interpretation eines Kunstwerkes versucht die kunstwissenschaftliche Hemeneutik das Werk auszulegen, zu deuten und zu verstehen. Insofern kann man die Methode der Hermeneutik auch als "Auslegekunst" bezeichnen.

Michael Brötje (Jg. 1938) hat dazu 1990 eine Untersuchung vorgelegt:

Der vollständige Titel des Buches (das inzwischen bei amazon.de für unter 10.-€ erhältlich ist) lautet:
Der Spiegel der Kunst - Zur Grundlegung einer existential-hermeneutischen Kunstwissenschaft

Brötje unterscheidet zwischen Werk-Verstehen als Interpretation in ihrer etablierten Form und Werk-Erfahrung. In der herkömmlichen "wissenschaftlichen" Interpretation wird "dem Betrachter die Rolle eines Informationsempfängers und -übersetzers zugewiesen, er selbst als Person ist dabei unwichtig, er bleibt ein Neutrum. Subjektive Erlebnisreaktionen sind seine Privatsache (...) Symptomatisch ist die Diskreditierung des Kunstgenusses durch die Wissenschaft... "(Vorwort).

Ganz anders verhält es sich in der hemeneutischen Methode, in der Werk-Erfahrung. "...sie kennt nur zwei Komponenten: das Werk und das erfahrende Subjekt. Erfahrung ist ein stummer Dialog zwischen dem Ich und der Erscheinung. Die Erscheinung spricht uns an, 'be-rührt' uns, und etwas in uns antwortet darauf, spontan, direkt. (...) Es ist ein inneres subjektives Bedürfnis, das uns nach solcher Begegnung, solchem Erleben drängt - Beglückung, Genuß ist ein elementares Motiv dieses Erlebens. Ist dieses Bedürfnis vielleicht das gleiche, aus dem das Werk entstand - ein Ur-Bedürfnis, das mich und den Künstler verbindet?" (Vorwort)

Im Folgenden wendet Michael Brötje diese Methodik auf fünf Werke der Kunst an: Giotto, Fresken der Arenakapelle; Memling, Blumenstilleben; Rembrandt Emmausmahl; David, Tod des Marat; Courbet, Der Verzweifelte.
Kunst verstehen - oder: Was ist Hermeneutik?

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Freitag, 31. Dezember 2010
Prosit Neujahr 2011
Notizen 2 zu:







Prosit Neujahr 2011

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